Der Wind hatte leider über Nacht an Stärke nicht verloren und es kam noch ein leichter Nieselregen hinzu. Zu dem zeigte das Thermometer am Küchenfenster 3 Grad an.

Die Gute Laune ist nur gespielt

Das motivierte uns nicht gerade, loszulaufen, zu mal 35 Kilometer auf dem Programm standen.

Mit kompletter Regenmontur gingen wir relativ lustlos um 8 Uhr von der Hütte fort. Schon nach wenigen Kilometern war uns klar, die 35 machen heute keinen Sinn. Wir beschlossen nur die 17 Kilometer bis nach Hodalen zu wandern.

Blick auf Hodalen

Kurz nach Mittag waren wir dort und mit uns hunderte andere, die alle zu einer Auktion in der heruntergekommenen Fjellstue von Hodalen gegangen sind. Ob dort das Inventar der ehemaligen Fjellstue oder was anderes versteigert wurde, haben wir nicht herausfinden können.

Moltebeeren: erst wenn sie gelb sind, sind sie reif
Wenn der Parkplatz der Fjellstue immer so voll gewesen wäre, würde sie wohl noch existieren

Die DNT-Hütte war noch zugänglich und wir wollten uns dort schon einrichten. Doch irgendwie hatten wir in dieser Umgebung keine Lust, länger zu bleiben. Wir hätten die Toiletten der Versteigerungshalle mitverwenden müssen. In den gleichen Bereichen lagen auch die Duschen. Alles verbreitete eine Atmosphäre des Heruntergekommenen. Und es waren uns zu viele Leute hier.

Wir schauten uns nur an und wir waren uns fast schon ohne Worte einig: wir gehen die 17 Kilometer weiter bis zur nächsten DNT-Hütte. Ist ja quasi nur einen Spaziergang entfernt.

Der Weg zur Najordet-Hütte war leicht und schnell zu wandern, wir haben nur circa 4 Stunden dafür benötigt. Und wir wurden entlohnt mit einem tollen Panorama auf die umliegenden Landschaften. Und auch die Hütte am Ende des Tages hat uns sehr gut gefallen. Sie war ein renoviertes Farmgebäude inmitten eines aktiven Bauernhofes. Und wir hatten sie für uns alleine.

Hingeworfene, alte Bahnschwellen. In Schweden wäre hier ein stabiler Plankenweg. Schweden ist halt für Anfänger, Norwegen für die Profis.

Heute hat sich übrigens auch gezeigt, dass wir wesentlich fitter sind, als zu Beginn der Tour. Wir waren zwar etwas müde, aber kaputt und am Ende unserer Kräfte noch lange nicht. Nordkap, wir kommen!

Ein Bach in Wald kurz vor Najordet